Gruppenfoto des Team MindShift

Marburger Forschungsprojekt MindShift der Arbeitsgruppe Computational Psychiatry erhält 870.000 Euro Förderung

26. Januar 2026

Das Marburger Forschungsprojekt MindShift wurde im aktuellen Haushaltsjahr mit 871.142 Euro gefördert. Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Hamidreza Jamalabadi, der an der Philipps-Universität Marburg die Arbeitsgruppe für Computational Psychiatry leitet. Ziel des Projekts ist es, zum einen personalisierte, KI-gestützte Neurostimulationsverfahren zur Behandlung von Depressionen und Angsterkrankungen zu entwickeln und zu validieren und zum anderen deren Wirksamkeit systematisch zu überprüfen.

 

Das Projekt ist am Psychiatric Control Lab der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Fachbereich Medizin) angesiedelt. Professor Jamalabadi fungiert als Sprecher und Leiter des Projekts. Das interdisziplinäre Team besteht aus sieben Personen: Dr. Felix Bernhard übernimmt die Rolle des Co-Projektleiters mit Schwerpunkt Neurostimulation, Alina Buschhüter ist als klinische Managerin und Studienkoordinatorin verantwortlich. Marco Rothermel, Dr. Sarah Alizadeh, Svenja Julia Francke und Bita Shariatpanahi sind mit der der Entwicklung Künstlicher Intelligenz, der Software-Infrastruktur sowie der experimentellen Umsetzung betraut.

 

Unterstützt wird das Projekt zudem von Timo Becker, der das Team insbesondere bei translationalen, kommunikativen und strategischen Aufgaben begleitet.

 

MindShift baut auf einer Reihe jüngerer wissenschaftlicher Publikationen der Arbeitsgruppe Computational Psychiatry auf, die sich an der Schnittstelle von Neurowissenschaften, psychischen Erkrankungen, Künstlicher Intelligenz und Engineering bewegen. Im Zentrum dieser Arbeiten stehen dynamische Systeme und Kontrolltheorie, mit deren Hilfe affektiv-kognitive Gehirnzustände formal modelliert und gezielt beeinflusst werden können. Ziel des Projekts ist es, hardwareunabhängige Optimierungsverfahren für neurostimulative Behandlungen zu entwickeln, die bestehende Stimulationsgeräte individuell und adaptiv steuern können.

 

Professor Hamidreza Jamalabadi zeigte sich sehr erfreut über die Förderung. Sie ermögliche es, die Technologie gezielt zu skalieren und näher an gesellschaftliche sowie kommerzielle Anwendungen heranzuführen. MindShift schaffe die notwendigen Rahmenbedingungen für eine umfassende wissenschaftliche Validierung der Ansätze und lege damit die Grundlage für externe Investitionen. Dies eröffne in einem nächsten Schritt den Weg zu klinisch einsetzbaren Anwendungen für Patientinnen und Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf.

 

Das Projekt hat zudem eine große Bedeutung für die neurowissenschaftliche und psychiatrische Forschungslandschaft in Marburg. Die inhaltliche Nähe zu bestehenden Initiativen wie dem LOEWE-Zentrum DYNAMIC ist dabei ein zentraler Faktor, da so eine konsistente translationale Entwicklung mit klarer gesellschaftlicher Wirkung möglich ist.

 

Bereits vor der Förderentscheidung wurde MindShift für sein Innovations- und Transferpotenzial ausgezeichnet und erreichte den ersten Platz im Hessen Ideen Wettbewerb 2025.

 

Inhaltlich ist MindShift in die aktuellen Forschungsstrukturen der Philipps-Universität Marburg eingebettet. Das Projekt ist direkt angebunden an den neu bewilligten Exzellenzcluster „The Adaptive Mind“ (EC-3066) sowie an den DFG-Sonderforschungsbereich CRC/TRR 393 „Verlaufsformen affektiver Störungen“. In beiden Verbünden ist Professor Jamalabadi als Principal Investigator (PI) tätig. Diese Netzwerke schaffen ein integriertes Forschungsumfeld, das Grundlagenforschung, klinische Psychiatrie und moderne KI-Methoden systematisch miteinander verbindet.

 

Das Projekt MindShift ist ein bedeutender Meilenstein für die Philipps-Universität Marburg, da es die internationale Sichtbarkeit der Universität im Bereich der Computational Psychiatry stärkt. Zugleich leistet es einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung personalisierter, datengestützter Ansätze in der psychiatrischen Versorgung.

 

Das LOEWE-Zentrum DYNAMIC ist äußerst interessiert an den innovativen Forschungsansätze von MindShift und freut sich auf zukünftige Zusammenarbeit in gemeinsamen Projekten.

Anmerkung zum Foto:

Team MindShift (v.l.n.r.): Marco Rothermel, Bita Shariatpanahi, Dr. med. Felix Bernhard, Dr. rer. nat. Hamidreza Jamalabadi, Svenja Francke, Timo Becker, Alina Buschhüter, Dr. rer. nat. Sarah Alizadeh.

Pressekontakt:

 

Alexander Henß

Administrative Koordination

Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: dynamic(at)uni-marburg.de

Logos der Universitäten Frankfurt, Gießen und Marburg
Logos der TU Darmstadt, des DIPF und des ESI

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