
26. Juni 2026
Netzwerksymposium und weitere DYNAMIC-Beiträge auf dem Deutschen Psychotherapie Kongress 2026 in Berlin
Bildbeschreibung: Symposium mit Dr. Berg Urheberrechte: Miriam Becker
Das Symposium „Paradigmenwechsel oder hübsche Bilder: Eine kritische Reflektion des Netzwerkansatzes für die Theorie und Praxis der Psychotherapie“ auf dem Deutschen Psychotherapie Kongress (DPK) 2026 nahm die Netzwerktheorie intensiv unter die Lupe. Mit dabei war auch ein Forscher aus dem LOEWE-Zentrum DYNAMIC. Im Fokus der Veranstaltung standen das Innovationspotenzial der Netzwerktheorie für die psychologische und psychiatrische Forschung, aber auch ganz explizit die methodischen und theoretischen Grenzen dieser Ansätze. Levente Kriston stimmte das Publikum gleich zu Beginn darauf ein, bevor es in die einzelnen Fachvorträge ging.
Die Bandbreite der Beiträge reichte von theoretischen Überlegungen bis hin zur konkreten klinischen Anwendung. Den Anfang machte Karoline Huth mit Bayesianischen Reanalysen von Querschnittsnetzwerken, um die oft noch ausbaufähige Robustheit und statistische Evidenz bereits publizierter Analysen kritisch zu beleuchten. Hans Huth legte den Schwerpunkt auf die Praxis und arbeitete systematisch auf, welchen tatsächlichen Nutzen der Netzwerkansatz bei der Behandlungsplanung und -durchführung bringt. Ein Vortrag von Lea Schumacher ging der Frage nach, welchen echten Informationsgewinn Symptomnetzwerke auch im Vergleich zu anderen Modellen liefern, etwa bei der Vorhersage langfristiger Therapieeffekte bei chronischer Depression. Felicitas Kinninger zeigte wiederum am Beispiel einer Studie zu chronischen Schmerzen, wie entscheidend eine theoriegeleitete Variablenauswahl ist, wenn man Prozesse innerhalb einer Person in der klinischen Psychologie verstehen will. Zum Abschluss beschäftigte sich DYNAMIC-Mitglied Max Berg mit der Frage, wie Kliniker:innen die praktische Umsetzung des Netzwerkansatzes für die Forschung und Praxis in aussagekräftigen Benchmark-Studien evaluieren können.
Das Symposium stieß auf großes Interesse und sorgte für ausgiebige Diskussionen, auch unter den Vortragenden selbst. Wir freuen uns sehr, dass auf dem DPK ein lebendiger Austausch mit national und international sichtbaren Forscher:innen gelungen ist. Besonders schön ist auch, dass Levente Kriston und Lea Schumacher ein echtes Forum für den Austausch zwischen Methodiker:innen und klinischen Psycholog:innen geschaffen haben, das transdisziplinäres Denken in Psychologie und Psychiatrie fördert. Am Ende half die Session dabei, einen kritischeren Blick auf die Netzwerktheorie und -praxis zu werfen, ohne dabei ihr Potenzial aus den Augen zu verlieren.
Den Abstract des Symposiums gibt es hier zu lesen.
Darüber hinaus informierten DYNAMIC-Forscher:innen mit Vorträgen und Postern über ihre neusten Erkenntnisse in der Netzwerk- und Psychotherapieforschung:

Bildbeschreibung: Ada-Filine Zeh mit ihrem Poster
Urheberrechte: Pauline Bauermann


